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34. Internationales Elbe-Saale-Camp

Foto: Thomas Linßner
Zusammen fließen
Im Bild ist die Mündung der Saale in die Elbe zu sehen. Zwei Flüsse, die zwei
unterschiedlichen Gebirgen entspringen, im Flachland einander ähnlich sind
und in einer Auenlandschaft zusammen kommen, um erst ein Stück weit nebeneinander
her zu fließen, ehe sich ihre Wasser allmählich mischen und zusammenfließen.
Das Elbe-Saale-Camp findet wenige hundert Meter entfernt der Mündung statt,
und wie das Wasser von Elbe und Saale fließen die Gedanken der Menschen zusammen,
Menschen, die sich gemeinsam für die Natur und die Flüsse einsetzen.
Aber auch über die beiden namensgebenden Flüsse hinaus fließen kommen wir zusammen
mit anderen Fluss-Initiativen, mit Menschen an der Oder, an der Spree, an der
Weser, an Rhein und Donau. Denn die Chancen der Flüsse für Natur und Menschen,
aber auch die Probleme durch eine übermäßige Nutzung ähneln sich.
Diesem Themenfeld wollen wir uns im 34. Elbe-Saale-Camp 2026 zuwenden.
Aber nicht nur die Chancen und die Probleme von Saale und Elbe für Natur und Menschen werden
im Mittelpunkt des 34. Elbe-Saale-Camp 2026 stehen. Wir kommen auch zusammen mit
Menschen anderer Fluss-Initiativen für Oder, Spree, Weser, Rhein und Donau.
Gemeinsam wollen wir nachdenken, diskutieren, die Elbe und die Elbauen erkunden
und auf spannenden Exkursionen der Natur nahe kommen.
Wer Lust und Interesse daran hat, am Ufer der Elbe
eine Woche oder ein paar Tage zu campen bzw. als Tagesgast teilzunehmen, ist
herzlich eingeladen.
Das Programm des 34. Elbe-Saale-Camp ist zur Zeit im Entstehen. Bitte
schauen Sie ab und zu auf der Webseite nach, was es neues gibt.
Immer weiter!
Einiges wurde erreicht, anderes noch nicht.
Die Staustufe ist vom Tisch, der Saalekanal zwar noch nicht ganz, aber nur noch
unter "ferner liefen" im Bundesverkehrswegeplan. Schaut man sich aber die
Elbe und die fortgesetzten Ausbauarbeiten am Fluss und deren Folgen an, dann
bleibt noch viel zu tun.
Die Elbe ist einer der großen Ströme
Europas. Und sie ist ein Fluss, der in Deutschland fast ohne Staustufen fließt.
Nein, von natürlich kann da noch lange keine Rede sein, zu sehr wird der Lauf der
Elbe von Buhnen eingeengt, zu sehr tieft sie sich immer noch in den Untergrund
ein. In den vergangen 31 Jahre ist viel geschehen. Wir blicken zurück und nach vorn.
Ausblick Elbe
Über 30 Jahre gibt es das Elbe-Saale-Camp nun schon. In Menschenaltern gemessen
ist das eine ganze Generation. Die ersten Campteilnehmer waren beim ersten
Elbe-Saale-Camp junge Eltern und sind jetzt Großeltern, die ersten Campkinder
haben inzwischen eigene Familien. Wir wollen die Tradition des Elbe-Saale-Camp
fortführen, uns aber auch neuen Aktivist:innen und deren Ideen öffnen. Denn nur
wer sich verändert, bleibt sich treu – pantha rhei.
Dabei müssen wir auch den Blick nach vorn richten. Welche
Aufgaben liegen vor uns? Wie sieht die Zukunft der Flüsse aus? Gibt es neue
Begehrlichkeiten der Wasserstraßenbauer? Wird der Druck auf den Ausbau der
Elbe steigen, um einen vermeintlich umweltfreundlichen Transportweg zu fördern?
Solche Fragen werden in Diskussionen gestellt werden, wie sie immer im
Elbe-Saale Camp Platz haben.
Die Elbe
Die Elbe ist ein Fluss, der sich von je her im Wandel befindet. Einst war die
Elbe ein ungebändigter Strom, der sich immer wieder ein neues Bett im breiten
Urstromtal suchte. Dann wandelte sie sich, oder wurde gewandelt, wurde zum
Transportweg, durch Buhnen eingeengt und in ein starres Flussbett gezogen. Doch
auch da bleibt sie nie die selbe, verändert ihren Untergrund, gräbt sich tiefer
in Sand und Kies.
Vor mehr als 30 Jahren wurde die Elbe als Abwasserleitung missbraucht. Doch
nach der Schließung der chemischen Dreckschleudern hat sie sich wiederum gewandelt.
Sie ist sauberer geworden, im beinahe toten Kanal gibt es wieder biologische
Vielfalt. Die Elbe wurde von der Wasserstraße zu neuem Lebensraum für Pflanzen und Tiere.
Der Klimawandel macht auch vor dem Flusssystem der Elbe nicht halt. Seit Jahren
werden die Sommer heißer und trockener. Damit wandelt sich auch der Wasserhaushalt,
statt Vernässung gibt es Dürre, mit Auswirkungen auf Flussauen und Landwirtschaft.
Mit solchen Wandlungsprozessen werden wir uns in den drei Tagen des
Elbe-Saale-Camps beschäftigen, werden Ideen dafür suchen, was der Elbe noch an
Naturnähe fehlt und wie der Wandel mitgestaltet werden kann.
Wandel ist immer auch Hoffnung, ist Chance auf Neues. Denn letztlich kommt
man auch an der Elbe nicht aus dem gleichen Fluss heraus, in den man gestiegen
ist. Und Gewissheiten, die gestern noch galten, stimmen schon heut' oder morgen
nicht mehr.
Die Elbe ist eine Lebensader der Natur. Sie versorgt die Elbauen mit Wasser,
die Lebensraum für Pflanzen und Tiere sind. Doch der Mensch hat die Elbe verändert,
hat in ihr Flussett eingegriffen, es durch Buhnen verengt. In der Folge grub sich
der Fluss immer tiefer in den Untergrund ein. Die Grundwasserstände folgten
diesem Weg nach unten. Es ist lange Zeit im Jahr Ebbe in der Elbe. Das niedrige
Grundwasser ist ein Problem für die Umwelt ebenso wie für die Landwirtschaft.
Naturverbundene Menschen, die 2022 am Elbe-Saale-Camp teilnehmen wollen und
mehr über das Thema Flussschutz erfahren möchten, sowie Gruppen, die sich und
ihre Projekte im Rahmen des Camps vorstellen möchten, können Thoralf Winkler
unter info@elbe-saale-camp.de
kontaktieren, um nähere Informationen zu erhalten. Neuigkeiten rund um den
Elbeschutz und das Camp werden regelmäßig auf Facebook
(facebook.com/elbesaalecamp) und auf www.elbe-saale-camp.de veröffentlicht.
Die Vorbereitungen laufen
Die Vorbereitungen für das 34. Elbe-Saale-Camp im Jahr 2026 laufen auf Hochtouren.
Seien Sie herzlich eingeladen, im Mündungsgebiet der Saale in die Elbe zu verweilen,
die Ruhe der Natur zu genießen – und am Widerstand gegen die Gefährdung der
Naturlandschaften an Elbe und Saale mitzuwirken.
Hintergrund
Die Elbe ist ein Fluss mit langen Niedrigwasserperioden. Deshalb hat sich die
real existierende Schifffahrt längst von Elbe abgewandt. Selbst in Zeiten mit fast
ganzjähriger Einhaltung von 1,60 Meter Fahrrinnentiefe (das ist das Ausbauziel
für die Elbe) geht die Schifffahrt auf der Elbe von Jahr zu Jahr zurück, auf inzwischen
unter 300.000 Tonnen im Jahr. So lange die Elbe wenig Wasser hat, können die von
der Politik behaupteten 2 Millionen Tonnen nicht von der der Saale auf die Elbe
kommen. So käme nach dem Kanalbau bald die Forderung nach Staustufen auf der Elbe.
Die Potentiale von Elbe und Saale liegen in ihrem Nutzen für Natur und
Tourismus. Nicht umsonst ist die Elbe als längster Sandstrand Deutschlands bekannt.
Und im Nutzen für den Hochwasserschutz, den die Flüsse am besten mit naturnahen
Retentionsflächen.
Auch in diesem Jahr stehen wieder Elbe und Saale im Mittelpunkt
des Elbe-Saale-Camps. Aber auch über andere Bereiche der Elbe wird informiert
werden, an denen jetzt ein Ausbau der Elbe droht. Und es wird Aktionen, Gespräche und
Wanderungen geben – und selbstverständlich auch Musik und Tanz.
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